#24 – Ende gut, alles gut ?
Lange hat’s gedauert, bis ich mich nochmal zu einem Blogeintrag aufraffen konnte. Das letzte Mal begann dieser mit “Die Zeit vergeht viel zu schnell”… was soll ich sagen…ja. Aber vielleicht geht’s euch ja genauso. Fast ein ganzes Jahr bin ich nun schon in Japan. Ich habe viel erlebt und kann kaum Negatives berichten. Ihr hattet ja auch immer Teil an meinem Leben hier. In diesem Sinne möchte ich mich bei meinen treuen Lesern bedanken. Natürlich auch bei all denen, die hin und wieder mal nen Gedanken an mich verloren haben. Außerdem danke ich allen, die sich mal bei mir gemeldet haben…und denen, die sich nicht bei mir gemeldet haben und mir somit lästiges Email schreiben erspart haben
Im Juli habe ich die Heimkehr noch etwas verdrängt. Ich wollte mich etwas von dem Gedanken distanzieren, dass ich bald wieder nach Deutschland “muss”. Aber mittlerweile… ehrlich gesagt denke, bzw. fühle ich, dass es Zeit ist, nach Hause zu kommen. Mein Platz ist einfach nicht hier, sondern beim Mane auf der Couch – Gruß an Mane!
Japan ist cool, aber Deutschland auch…in letzter Zeit sogar ziemlich, hab ich gehört. Ihr scheint ja nicht gerade nen tollen Sommer zu haben. Wir haben hier laufend (…sprich, seit Juli) über 35° bei ner elends hohen Luftfeuchtigkeit. Da willst du nicht wirklich raus. Gut, dass ich ne Klimaanlage bei mir im Zimmer hab, die kümmert sich um meine gewünschten 25°. Aber drinnen will ich auch nicht wirklich bleiben. Mein Zimmer bekommen nicht viel Sonne ab und ist immer ziemlich dunkel. Ich vermisse ein geräumiges Zuhause.
Ich will auch mal wieder raus in die Natur. Obwohl ich hier von Natur umgeben bin, hat man nicht wirklich die Möglichkeit, mal in den Wald oder so zu gehen. Überall Zäune. Es wird halt auch viel gebaut hier. Aber mich zieht’s auch nicht wirklich in den Wald. Die Japaner mögen kleiner sein als wir, aber ihre Insekten nehmen beachtliche Größen an. Und hier an der Uni wimmelt’s nur so von 20cm langen Tausendfüsslern und dergleichen. Auch ne kleine Schlange hatten wir schon hier. Neuester Hit sind aber die Schwarzen Witwen, wie ich vorhin feststellen musste. Der rund 1km lange Weg von der Monorail-Station bis zur Uni ist voll mit den Viechern. Uncool, wie ich finde. Bin gespannt, wann sie sich am Campus breit machen.
Ansonsten… klar, ich werde vieles vermissen: Kyoko, das Essen, meine Freunde hier, die japanische Freundlichkeit, u.v.m.. Es ist ja nicht so, dass ich die Nase voll von Japan habe. Es ist nur so, dass es für mich keinen Grund mehr gibt, länger hier in der Wildnis rum zu hängen. Ich vermisse natürlich auch einiges aus der Heimat.
Ich habe hier in Japan viel gelernt, nicht nur Japanisch. Man lernt viele Leute aus der ganzen Welt kennen, verschiedene Kulturen und Denkweisen. Man lernt, dass die Menschen NICHT alle gleich sind, aber dass man mit allen gut auskommen kann. Man lernt auch, dass ein Wohnheim nicht gerade der tollste Platz zum wohnen ist… vor allem, wenn unter deinem Zimmer der Partyraum ist und deine Mitbewohner Schweine sind. Im großen und ganzen kann ich mit meiner Wohnsituation aber einigermaßen zufrieden sein. Was die Sprache betrifft, habe ich ehrlich gesagt mit mehr Fortschritten gerechnet. Ich merke, dass ich noch einen weiten Weg vor mir habe. Aber man lernt ja nie aus.
Allem in allem war die Zeit also wirklich toll und ich werde sie nie vergessen.
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Ich werd morgen oder nächste Woche noch einiges Fotos der letzten Zeit uploaden. Stay tuned!
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Sushi-Count: 840

Wolfgang sagte,
August 20, 2010 um 7:27 am
Hi Matthias,
ich hab mich lange nicht gemeldet, war aber immer im Blog.
Wenn ich deine Zeilen lese hab ich den Eindruck, dass es Zeit wird für dich nach hause zu kommen. Lass uns gute Rock-Musik produzieren wenn du zurück bist. Mein Label wird langsam was.
Lass was von dir hören wenn du wieder in Deutschland bist.
LG
Wolfgang
The B aus D-Länd sagte,
August 21, 2010 um 5:34 am
Schönschön – freut mich, dass du nicht zuviele Tränen in Japan läßt. Was ist schlimmer als ein ständig deprimierter Herr Liegè? ^^
Ich muss aber auch sagen, dass ich etwas enttäuscht bin. Warum fragst du? Auf ein ganzes Jahr gerade mal 840 Sushi ist ja mal sowas von LOW! *GGGG*
Nichts desto trotz möchte ich dir hier für deinen Blog, der uns die Möglichkeit gab ein bisschen bei dir zu sein, danken! Durch die Reihe weg informativ, lustig, unterhaltsam und interessant. Du hast dir da wirklich viel Arbeit gemacht und das finde ich hat sich mehr als nur ein bisschen gelohnt – also nochmal: Danke dafür!
Wir sehen uns die Tage
The B
Kerle sagte,
August 21, 2010 um 1:35 pm
Was ist schlimmer als ein ständig deprimierter Herr Liegè?
-Ein Herr Liegè, der nich beim Mane auf dem Sofa sitzt
Bleibt mir nur noch zu sagen:
Alter, schau dasd hoamkimmst
osakaroyal sagte,
August 24, 2010 um 3:28 pm
@Wolfgang: Freut mich, dass sich dein Label gut entwickelt. Wenn ich zurück bin muss ich aber erstmal die Band auf Vordermann bringen und / oder mich nach neuen Leuten umsehen.
Ich bin schon sehr hin und her gerissen, aber einige Leute sind bereits zurückgeflogen. Das gibt einem selbst auch das Gefühl, dass es Zeit ist, nach Hause zu kommen.
@B: Nichts zu danken! Was die Sushis betrifft: Auf 900 Stück werd ich noch kommen. Hätten sie uns den September nicht gestrichen, dann hätte ich auch mein Ziel von 1000 Stück erreicht.
@Kerle: Wird Zeit, dass ich die Sitzordnung etwas aufmische